Borobudur – der größte buddhistische Tempel der Welt

Etwa 500 Jahre vor der Geburt Jesu Christi, also im Jahr -500 wurde in Nordindien nahe der heutigen Grenze zu Nepal, ein Junge namens Siddahrtha (heute bekannt als Buddha) geboren. Die Geschichte seiner Kindheit, seiner Jugend, eigentlich seines ganzen Lebens ist in den Reliefs des Borobudur Tempels dargestellt.

Der Borobudur Tempel – der größte buddhistische Tempel der Welt.

Die Insel Java- eine andere Welt

Es dauerte mehrere Tage, bis mein Mann mich davon überzeugt hatte, dieses Wunderwerk in der Mitte der Insel Java zu besuchen, weil wir vorher absolut nichts über ihn wussten und wie man dorthin gelangen kann.

Die Angst vor dem Unbekannten war diesmal sehr groß. Doch am Ende gewann die Neugierde und der Wunsch, etwas absolut Einzigartiges auf der Welt zu sehen.

Borobudur – der größte buddhistische Tempel der Welt

Der quadratische Pyramidentempel wurde zwischen 750 und 842, also 300 Jahre vor dem Angkor Wat-Tempel in Kambodscha und etwa 400 Jahre vor dem Bau der großen europäischen Kathedralen, errichtet. Über die Geschichte des Tempels ist wenig bekannt, aufgrund der politischen Situation in Zentraljava völlig vernachlässigt und nach einem nahen Vulkanausbruch vollständig mit Vulkanasche bedeckt wurde erst im 19. Jahrhundert wiederentdeckt.

Aus der Luft betrachtet ist die Stufenpyramide von Borobudur ein riesiges Mandala, eine Nachbildung des Universums.

Borobudur von oben

Dieses Universum ist in drei Welten aufgeteilt: Die untere Sinneswelt der Menschen, eine Übergangswelt (in der Menschen von allem Körperlichen gelöst werden) und schließlich die oberste, „unkörperliche“ Welt der Götter, Perfektion und Erleuchtung.

Wir kamen am Abend an und der erste Eindruck war unbeschreiblich! Ein riesiger Tempel, der in die letzten Sonnenstrahlen getaucht war, leuchtete unrealistisch aus der Ferne. Wir legten unser Gepäck in unserem Zimmer und eilten mit schnellen Schritten auf ihn zu.

Mehr als zwei Millionen Steinquader erhoben sich rund 40 Meter in den Himmel und schon bei der Annäherung spürten wir eine gewisse Ehrfurcht.

Borobudur im Abendlicht

Nachdem wir den ersten Blick auf das riesige Gebäude verdaut hatten, warteten neun Stockwerke auf uns, die auf einer 123 Meter langen quadratischen Basis standen.

Die Treppe war steil und schmal, so dass wir mit gesenktem Kopf nach vorne gebeugt nach oben kriechten. Manchmal auf allen Vieren.

Zufriedene Buddha

Oben angekommen waren wir überwältigt von dem Anblick der 76 Stupas in denen jeweils einen Buddha sitzt, wie in einem Raumschiff, als würden sie nur darauf warten, jederzeit in den Himmel zu steigen.

In der Mitte ragte die größte aller Stupas empor – und für einen Moment stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn ich sie betreten könnte: Würde ich dann mitfliegen dürfen?…

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